
Tiere geben Feedback: Direkt & wertfrei.
Maximal zwei junge Menschen mit besonderen Begabungs- und Erfahrungsprofilen können bei uns als Teil einer kleinen Hofgemeinschaft in direkter Begegnung mit festen Bezugspersonen eigene Stärken entdecken.
Während der “Auszeit im Ausland” besteht die Gelegenheit, sich für weitere berufliche Perspektiven zu qualifizieren - beispielsweise zur Aufnahme einer geschützten Ausbildung. Für das Berufsziel Pferdepfleger / FN besteht die Möglichkeit, die Ausbildung direkt am Standort zu beginnen.
Wir richten uns an junge Menschen ab 15 Jahren, bei denen Alternativen zur schulischen Ausbildung gesucht werden. Wir richten uns an Jugendliche beider Geschlechter, die aufgrund ihrer Situation sowohl eines Abstandes zum gewohnten Umfeld als auch einer speziellen Fürsorge bedürfen.

Vertrauen zwischen Tier und Mensch muß erarbeitet werden.
Ein Jugendlicher lebt für einen begrenzten Zeitraum in einer neuen Umgebung mit seinem qualifizierten Betreuer zusammen. Durch vielfältige Tätigkeiten, den direkten Umgang mit unseren Tieren, eigenen Verantwortungsbereichen und erlebnispädagogischen Interventionen entsteht eine tragfähige Beziehung, auf deren Basis neue Verhaltensmuster erprobt werden können.
Unser Erfahrungsfreiraum ist geprägt durch:
Jugendliche können sich in unseren einfachen, transparenten Lebensrahmen leicht einfinden. Unsere Tiere und die Natur geben Feedback: Direkt, durch konkrete Begebenheiten. Die Reaktion auf das Tun kommt klar und nicht persönlich beurteilend. Tiere (Pferde) haben keine Vorurteile - sie nehmen einen, wie man ist.
Die Jugendlichen können ihre oft von Peergroup, Konsum-Medienwelten und Schule verdeckte Persönlichkeit entdecken. Die vielen gemeinsamen Erlebnisse bieten eine Basis dafür, dass Jugendliche sich öffnen.

Ein Vielseitigkeit eines kleinen Hofes erlaubt Einblicke in viele verschiedene Berufsfelder.
Die Umgebung und die sich selbstverständlich ergebenden konkreten Aufgaben und die körperlichen Anstrengungen des Alltag zeigen: Ich bin in Ordnung. Ich werde gebraucht. Ich leiste etwas. Ich kann lernen. Der Erfolg des eigenen Tuns ist deutlich sichtbar, anfassbar und oft geniessbar.
Gleichzeitig zeigt die Situation: Ich muss nachdenken. Es geht nicht alles gleichzeitig. Ich muss mir meine Arbeit einteilen und vorausdenken. Der Lernprozess ensteht durch Erfahrung und nicht durch Vermittlung. Die Arbeiten erklären sich aus dem Gesamtzusammenhang und den eigenen Bedürfnissen.

Weiden direkt ums Haus - der Hof vom Westen gesehen.
Unser Standort liegt in einer wirklich ländlichen Gegend im Westen von Schweden (etwa auf der Höhe von Oslo). Der nächste kleinere Ort (mit Krankenhaus, ca. 50 Läden) ist 6 km entfernt, hat einen Bahnhof und Flugverbindungen nach Stockholm.
Unser ca. 21 Hektar großer Hof (davon das meiste Wald) liegt in Traumlage zwischen zwei Seen mit “eigenem” Sandstrand.
In dem großzügigen Haus wohnen maximal zwei Jugendliche, es gibt Werkstatt und Garten und einen großen Offenstall für unsere Pferde. Ausserdem halten wir Huhner, haben ca. 60 Schafe einer schutzenswerten Landrasse, bauen im geringen Umfang Feldfruchte und Gemuse an.

Feste Bezugspersonen ohne Personalwechsel - gut für Mensch und Tier.
Die Aufgaben des Hoflebens kann man unmittelbar erfassen. Wir leben naturnah im Zusammenhang. Die Tätigkeiten bieten Einblick in vielfältige Berufsbilder und reichen von handwerklichen Arbeiten und Hauswirtschaft bis hinein in die Land- und Forstwirtschaft und vor allem der Mitarbeit bei der Versorgung und Ausbildung unserer Pferde.
Wir leben in der Wirklichkeit eines kleinen Ausbildungsbetriebes, wo neben unserer Pferdehaltung (kleine Zucht, Weiden, Futtergewinnung) die Selbstversorgung (Garten, Brennholz) einen wichtigen Platz einnimmt.
Die gewonne Tagesstruktur eröffnet weitere Perspektiven. Die Lebenswelt des Projektes orientiert sich an den Anforderungen in geschützten Ausbildungen und nicht an der Lebenswirklichkeit in der Schule. Selbstverständlich umfasst das Aktivitätsspektrum auch den Erwerb theoretischen Wissens aus verschiedenen Berufsfeldern.
Schulisches Lernen steht nicht im Vordergrund der Maßnahmen, und die Möglichkeiten der schulischen Lernförderung sind begrenzt.