| Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt am Morgen. Jedes Lernen erfordert Übung – jeden Tag.Unsere kleine, familienähnliche Hofgemeinschaft gibt jungen Menschen mit besonderen Begabungs- und Erfahrungsprofilen in einem naturnahen Zusammenhang die Möglichkeit, ihre Stärken zu entdecken und zu erleben: Ich kann was, ich werde gebraucht. |
Menschen mit Aspberger sehen die Welt mit anderen Augen: Mal von Ganz oben, mal ganz aus der Nähe. Das Pferd Skinfaxi aus der nordischen Mythologie zieht den Sonnenwagen über den Himmel: Eine Zusammenhang zwischen grossen Aufgaben und kleinen Schritten.
Auf unserem Hof in Traumlage zwischen zwei Seen geben wir Menschen (nicht nur, aber oft mit Aspberger Diagnosen) die Gelegenheit zu “Reisen in den Himmel und zurück”. Unsere Pferde und die anderen Tiere geben Feedback und konstruktive Anregungen zur Persönlichkeitsentwicklung und dem Leben im hier und jetzt: Die Rückmeldung kommt aus der Situation, ist nicht wertend und frei von Vorurteilen.
Während des Aufenthaltes besteht die Gelegenheit, sich für weitere berufliche Perspektiven zu qualifizieren. Für das Berufsziel Pferdepfleger / FN besteht die Möglichkeit, die Ausbildung direkt am Standort zu beginnen.
Wir leben seit 10 Jahren in Schweden, sprechen die Landessprache fliessend, arbeiten im Vorstand schwedischer Interessenorganisationen mit und arbeiten auch für schwedische Auftraggeber.
Eine überschaubares familienähnliches Umfeld
Wir arbeiten in einer kleinen familienähnlichen Lebenssituation mit festen Hauptbezugspersonen und ohne Dienstwechselrythmus.
Durch die direkte Interaktion mit unseren Tieren und den sich daraus ergebenden vielfältigen Tätigkeiten, eigenen Verantwortungsbereichen und erlebnispädagogischen Interventionen entsteht eine tragfähige Beziehung, auf deren Basis neue Verhaltensmuster erprobt werden können.
Unser Erfahrungsfreiraum ist geprägt durch:
- Ein überschaubares Umfeld.
- Direktheit der Erfahrungen.
- Soziale Interaktion mit festen Pflegetieren und Bezugspersonen ohne Dienstwechselrythmus.
- Sinnvolle, leicht begreifbare Tätigkeiten.
Jugendliche können sich in unseren einfachen, transparenten Lebensrahmen leicht einfinden. Unsere Tiere und die Natur geben Feedback: Direkt, durch konkrete Begebenheiten. Die Reaktion auf das Tun kommt klar und nicht persönlich beurteilend. Tiere (Pferde) haben keine Vorurteile – sie nehmen einen, wie man ist.
Die Umgebung und die sich selbstverständlich ergebenden konkreten Aufgaben und die körperlichen Anstrengungen des Alltag zeigen: Ich bin in Ordnung. Ich werde gebraucht. Ich leiste etwas. Ich kann lernen. Der Erfolg des eigenen Tuns ist deutlich sichtbar, anfassbar und oft geniessbar.
Gleichzeitig zeigt die Situation: Ich muss nachdenken. Es geht nicht alles gleichzeitig. Ich muss mir meine Arbeit einteilen und vorausdenken. Der Lernprozess ensteht durch Erfahrung und nicht durch Vermittlung. Die Arbeiten erklären sich aus dem Gesamtzusammenhang und den eigenen Bedürfnissen.
Der Standort mit seinen Möglichkeiten
Unser Standort liegt in einer ländlichen Gegend im Westen von Schweden (etwa auf der Höhe von Oslo). Der nächste Ort (mit Krankenhaus, ca. 50 Läden) ist 6 km entfernt, hat einen Bahnhof und Flugverbindungen nach Stockholm.
Unser ca. 21 Hektar großer Hof liegt in Traumlage zwischen zwei Seen mit “eigenem” Sandstrand. Auf dem Hof leben zur Zeit fünf Pferde, mehrere Ziegen, Katzen und ca. 60 Schafe einer lokalen Landrasse.
Wir achten auf einen ökologischen Lebensstil, betreiben eine extensive Landwirtschaft mit viel Landschaftspflege, heizen das Haus CO2-neutral mit Biobrennstoffen und achten auf eine vielfältige Ernährung mit vielen selbsterzeugten Produkten.
Anregende Tätigkeiten im Jahreslauf
Wir leben naturnah im Zusammenhang. Die Tätigkeiten bieten Einblick in vielfältige Berufsbilder und reichen von handwerklichen Arbeiten und Hauswirtschaft bis hinein in die Land- und Forstwirtschaft und vor allem der Mitarbeit bei der Versorgung und Ausbildung unserer Pferde.
Wir leben in der Wirklichkeit eines kleinen Ausbildungsbetriebes, wo neben unserer Tierhaltung (kleine Zucht, Weiden, Futtergewinnung) die Selbstversorgung (Garten, Brennholz) einen wichtigen Platz einnimmt.
Die Lebenswelt des Projektes orientiert sich an den Anforderungen in geschützten Ausbildungen und nicht an der Lebenswirklichkeit in der Schule. Selbstverständlich umfasst das Aktivitätsspektrum auch den Erwerb theoretischen Wissens aus verschiedenen Berufsfeldern.
Torsby hat als Landkreishauptstadt ein relativ gutes Angebot an Beschulungsmöglichkeiten in dem für Schweden typischen Form des “Learning-space”, und es gibt viele Betriebe, mit denen wir bei externen Praktika zusammenarbeiten.
