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Skinfaxi Jugendhilfe in Schweden


4. März 2015

Wirken in die Gesellschaft: Unsere Karten

Lernstoff möchten wir praxisnah verwenden. Daher arbeiten wir aktiv an der OpenStreetMap mit. Wir sind draussen in der Natur unterwegs – und verarbeiten die mit dem GPS eingesammelten Daten dann am Rechner, so dass eine verwendbare Karte entsteht.

Fuer unsere eigenen Garmin-Geräte haben wir begonnen, aus den Daten des Openstreetmapprojektes Karten zu rendern, die Garmin-Geräte lesen können. Diese machen wir hiermit öffentlich zugänglich.

Wir orientieren uns an Nops Wanderreitkarte und verwenden dessen Software Mapcomposer. Die Kartendaten sind Opensourcedaten, deren Copyright bei denen liegt, die zur Openstreetmap beigetragen haben. Die Daten duerfen nicht kommerziell genutzt werden und nicht verkauft werden.

Anzumerken ist, dass in Schweden die Datenqualität im Vergleich mit anderen Ländern noch sehr wenig ausgeprägt ist – die Openstreetmap steckt hier noch ziemlich in den Kinderschuhen. Entsprechend wenige Informationen enthält die Karte aus manchen Gegenden, ist in anderen aber schon sehr gut verwendbar.

 



27. Januar 2014

Unser Tages- und Wochenplan

Die Stärke eines individualpädagogischen Projektes ist es, auf unterschiedliche Klienten eingehen zu können und den Tagesablauf entsprechend anzupassen (beispielsweise wenn Medizin genommen wird, die am Morgen erst einige Zeit braucht, bis sie wirkt etc).

Auch wenn das naturnahe Leben oft Anpassungen fordert (z.B. bei Lämmchen, die nachts zur Welt kommen, Heuernte in den Abendstunden etc) gibt es klare Absprachen, und der Ablauf wird nicht „mittendrin“ verändert. Verbindlich ist die Version in unserem Haus – der Tagesablauf im Web ist als Anhaltspunkt, wie die Tätigkeiten gewichtet sind, gedacht.

Bewertung des Tagesplanes

Hintergrund des Tagesplanes ist es ganz klar, Jugendlichen eine Chance zu geben, Ihren eigenen Wert zu erfahren. Oft führt dies zu einer Eurphorie – insbesondere dann, wenn im Netzwerk Schwierigkeiten bestehen, die besonderen Vorraussetzungen zu akzeptieren. Auf der einen Seite steht das positive Erleben: Die Jugendlichen leisten – oft auch im Vergleich zu ihren Bezugspersonen – etwas, was man ohne Einarbeitung nicht aus dem Stand erreichen kann. Oft steigern sie sich in eine Arbeit hinein – und erreichen für kurze Perioden beeindruckende Leistungen.

Auf der anderes Seite stehen die Anforderungen der Schul- und Arbeitswelt. Auch Menschen, die die Werkstätten für Behinderte im Gartenbereich arbeiten, sind aufgrund von Ausbildung, Training und Arbeitsmethoden meist ohne Schwierigkeiten in der Lage, in Ihrer Arbeitszeit mehr zu erreichen als ein Hobbygärtner in seinem Garten.

Ein erstes Ziel ist es, mit diesem Tagesablauf kontinuierlich und ohne Schwierigkeitenverlagerung in andere Lebensbereiche 20 Wochenstunden Arbeitstraining zu erreichen- hinzu kommt natürlich die Zeit, die wir für die persönliche Reorganisation und Training der „Alltagsfähigkeiten“ aufwenden. Wird er sehr gut durchgehalten entspricht er etwa 30 Std. die Woche. Dieser Freiraum ist gewollt und für eine begrenzte Zeit notwendig und natürlich können die Anforderungen am Standort erweitert werden.

Ein normaler Schüler der 8 und 9 Klasse besucht in der Regel ca. 32 – 35 Schulstunden die Schule und muss in etwa 10 Std. in der Woche für die Nacharbeitung aufwenden (alleine 30 – 50% aller Schüler erhalten zusätzlich Nachhilfe). Hinzu kommen Wegezeiten etc.. Es wird deutlich, dass unser Tagesprogramm – trotz des „späten“ Tagesabschlusses –  sehr deutlich unter diesen Anforderungen liegt. Macht ein Schüler ein Praktikum arbeitet er in der Regel „normal“, das heisst ca. 38,5 Wochenstunden – was auch die Regelanforderung in geschützten Ausbildungen und Ausbildungen in Werkstätten für behinderte Menschen darstellt.

Mit diesem Tagesablauf kann auch bei einer Ausbildung zum Pferdepfleger die Ausbildungszeit nur 1/2 Zeit gerechnet werden. Ziel ist daher eine Steigerung der Ausdauer. Für die Bewertung fertigen wir laufend Berichte an – und auch der Jugendliche soll seinen Tag selbst reflektieren.

Daher ist es zur Entwicklung einer Perspektive unabdingbar, den Tagesablauf und die Anforderungen realistisch zu betrachten und in der Rückführungsplanung auf die real gemachten Arbeitsbeobachtungen zurückzugreifen. Wir stehen im Dialog mit verschiedenen Einrichtungen und überprüfen unsere Erwartungen immer wieder an deren Anforderungen. Auch externe Praktika, die meistens in der Ausschreibungsphase durchgeführt werden, objektivieren das Bild.

Versuche der Rückintegration mit plötzlicher Leistungessteigerung (Vollzeitpraktikum, Besuch der Vollzeitschule) waren nicht erfolgreich und zerstörten viel. Auch wenn die Erkentniss der dauerhaften Leistungsfähigkeit der Jugendlichen gerade bei Behinderungen natürlich ein schmerzhafter Einsichtsprozess sein kann.

Tagesstruktur

bis 8.00 Aufwachen und Aufstehen
Die Jugendlichen stellen sich selbst den Wecker zu einer Zeit, die sie brauchen, um pünktlich und gut ausgerüstet zum Arbeitsbeginn auf dem Hof zu sein. Zeit für die erste Tasse Tee oder Kaffee, und wer will einen kleinen Happen.
8.00 – 8.45 Morgenrunde
Unsere Tiere werden versorgt. Ziel ist, dass die Jugendlichen in dieser Zeit lernen, feste Routinen einzuhalten und beweisen, dass sie in der Lage sind, andere Lebewesen gut zu versorgen. Nach Einarbeitung übernehmen sie immer mehr Tätigkeiten selbst.
8.45 – 9.30 Morgenpause und Frühstück
9.30 – 12.30 Zeit für Projekte
.
Je nach Wochentag werden nun die anstehenden Aufgaben erledigt (siehe Wochenplan und Jahresplan). Ab 12 Uhr wird gekocht. Ingesamt 20 min Pausen.
12.30 – 14.00 Mittagessen und Mittagspause
14.00 – 16.00 Projektphase II
16.00 – 17.30 Lernphase / Vorbereitung
.
Intellektuelle Nachbereitung und Beschäftigung mit den Aufgaben des Tages (Tagesbericht) und Möglichkeit kleine Lernprojekte (z.B. Sprachenlernen am PC) umzusetzen. Alternativ: Arbeit mit dem Schulmaterial z.B. der Flex-Fernschule oder Mutpol. Wir besprechen die Aufgaben in dieser Zeit und auch das Ergebnis. Wir bereiten in dieser Zeit aber die Aufgaben für den nächsten Tag vor.
ca. 17.30 Abendessen
19 – 21.00 Medienzeit, Nutzungsmöglichkeit von Fernseher und 1/2 Std. Internet wenn pädagogisch angezeigt
ab 22 Uhr
Nachtruhe nach Duschen, Zähne putzen etc

Unsere Wochenstruktur

Unsere Woche ist geprägt von den jahreszeitlichen Anforderungen und organisatorischen Gegebenheiten. Grob gliedert Sie sich so:

Mo, Di, Mi Projekttage
Neben den täglichen Routinen (Tiere versorgen, Pferde trainieren) wird an den Aufgaben im Jahresplan gearbeitet.
Do Hoftag
Wir bringen den Hof und die Geräte auf Vordermann. Reinigen Tröge, mähen Rasen, putzen Traktor und Autos etc.
Fr Haushaltstag
Wir verarbeiten Lebensmittel, kochen vor, planen die Einkäufe und arbeiten in der Hauswirtschaft.
Sa, So Wochenende!
Wir unternehmen eine gemeinsame Aktivität, und kleinere Freizeitprojekte können umgesetzt werden (Bemalen von Anhängern, Angeln gehen etc). Bis Sonntag Abend ist a) die eigene Wäsche sauber b) das eigene Zimmer und das „Putzgebiet“ gereinigt. An einem Tag kann bis 11.00 Uhr ausgeschlafen werden. Mind. 1 Mahlzeit des Wochenendes wird so eigenständig wie möglich zubereitet.

Dieser Wochenrythmus wird je nach pädagogischem Bedarf ca. alle 4 – 6 Wochen durch längere erlebnispädagogische Einsätze (Trekkingtouren, Rad- oder Kanutouren) unterbrochen, die uns besonders bei Widerstand gegen formalisiertes Lernen die Chance geben, den Bildungsstand zu fördern.

Die Jugendlichen können sich vielfältig beteiligen: – Bei den Arbeitsprojekten beziehen wir Sie bewusst in die Planung mit ein, so dass sie auch intellektuell gefördert werden. – Beim Einkaufen können Jugendliche eigene Vorstellungen einbringen. – Die Jugendlichen erhalten oft einen Rahmen (z.B. zu erledigende Aufgaben) und können eigene Arbeitsweisen selbst ausprobieren.

 

 



Das Jahr in Äppelkullen

In Äppelkullen leben wir ein „Leben mit der Natur“, was bedeutet, dass die unterschiedlichen Anforderungen im Jahreslauf einen sich selbst erklärenden Sinnzusammenhang ergeben.

Feb./März

Spätwinter

Es ist weiterhin kalt, aber die Sonne kommt zurück
Neben der Versorgung des Hofes, die im Winter mehr Kraft verlangt als im Sommer (Heizen, Tiere), prägen folgende Ereignisse diese Zeit:

  • Unsere Schafe bekommen Lämmer und brauchen intensive Pflege
  • Wir sind im Wald und holen Stämme, die wir in den Folgemonaten zu Brennholz verarbeiten.
  • Wir beginnen mit der Anzucht von Pflanzen für den Garten
  • Wir erledigen diverse Verwaltungsaufgaben und Planungen
  • Unsere Pferde, unser Haus, die Stallungen erhalten einen „Frühjahrsputz“, der Stall wird gekalkt etc.

April / Mai

Frühling

Der Frühling ist kurz und sehr intensiv: Täglich ändert sich das Bild
Jetzt ist eine hoch aktive Zeit auf dem Hof. Das Leben erwacht wieder:

    • Wir kümmern uns um Zäune und Weiden
    • Wir verarbeiten die Stämme zu Brennholz
    • Wir kümmern uns um das Gelände (bauen z.B. Steinmauern, schneiden Hecken etc)
    • Im Garten werden Jungpflanzen ausgepflanzt und gesät.
    • Wir düngen die Weiden, reinigen die Vorratsräume etc.

Ein Höhepunkt dieser Zeit ist unsere Beteiligung an der Veranstaltung „turista hemma“ (etwa: Lerne Deinen Landkreis kennen), wo wir Jungpflanzen verkaufen und ökologische Themen präsentieren.

Juni / Juli / August

Sommer

Es ist warm und überall grün, die Seen laden zum Baden ein.
Im Sommer sind unsere Tiere auf den Weiden und brauchen hier täglich Pflege. Anfang/Mitte Juli ernten wir Heu – und bereiten die kleinteiligen Maschinen auf diese Aufgabe vor. Es ist fast ununterbrochen hell, und die Natur bietet viele Möglichkeiten – von Kanutouren über Angeln bis hin zum abendlichen Grillen. Im Garten muss im Wesentlichen regelmässig gegossen werden, und kleine Mengen Gemüse, Kräuter und Salate wandern frisch auf den Tisch. Bei Aktivitäten draussen sammeln wir jetzt Informationen, die wir im Winter in kleine Lernprojekte einfließen lassen.

Sept./Okt./Nov.

Herbst

Oft erinnert der Herbst an den trockenen Altweibersommer und verwöhnt uns mit vielen Sonnenstunden
Der Herbst steht im Zeichen der Ernte und der Wintervorbreitung:

    • Jetzt kommen die grossen Mengen aus dem Garten, die eingelegt und eingekocht werden.
    • Die Ställe werden winterfest gemacht, und zum Ende der Weidesaison verarbeiten wir das Fleisch unserer Nutztiere.
    • Typischerweise gehen wir in dieser Zeit Bauprojekte, die unseren Hof verbessern, an.
    • Mit den Pferden trainieren wir nun oft und intensiv.
    • Generell wir überall „aufgeräumt“ – für das letzte Brennholz ist jetzt höchste Eisenbahn, und das Holz wird unter Dach gestellt, damit es nicht einregnet.

Ein Höhepunkt des Herbstes ist unsere Beteiligung an der Veranstaltung „Smaka pa Tjust“ (In etwa: Schmecke Deine Heimat), in der wir unseren Hof öffnen, zeigen wie man aus Gemüse interessante Gerichte zubereiten kann und einen kleinen Teil unserer Ernte verkaufen.

Dez- Jan

Winter

Im Dezember herrschen noch angenehme Temperaturen – im Januar ist dann die kälteste Zeit des Jahres
Im Winter geht es bei uns eher gemütlich zu – was aber auch kein Wunder ist, da man sich nach Tätigkeiten draussen oft aufwärmen muss.

  • Jetzt ist die Zeit, in der sinnvollerweise ein stärkerer Fokus auf theoretisches Lernen gelegt wird.
  • Die Zeit passt auch für Heimaturlaube und Kontakte mit dem Netzwerk.
  • Wir führen viele Besorgungen aus
  • In der Werkstatt setzen wir kleine Bastelprojekte um.
  • Aber auch Aktionen wie Wintercamping, Langlauftouren oder Schlittschuhfahren auf zugefrorenen Seen sorgen dafür, uns in Bewegung zu halten.
  • Im Januar machen wir oft kurze Reisen, die unser Weltbild erweitern.